event“Den Osten” im Westen sammeln: Kunst aus der DDR in der Sammlung der Berliner Volksbank (S)
person Lynn Rother

Nächster Termin: Am 12. Juni um 14:15 Uhr

Termine

Einzeltermin | Fr, 10.04.2026, 14:15 - Fr, 10.04.2026, 15:45 | C 40.220 Seminarraum
Einzeltermin | Fr, 24.04.2026, 14:15 - Fr, 24.04.2026, 15:45 | Online-Veranstaltung | digital
Einzeltermin | Fr, 12.06.2026, 14:15 - Fr, 12.06.2026, 15:45 | Online-Veranstaltung | digital
Einzeltermin | Mi, 15.07.2026, 14:00 - Mi, 15.07.2026, 18:00 | extern | Berlin
Einzeltermin | Do, 16.07.2026, 10:00 - Do, 16.07.2026, 20:00 | extern | Berlin
Einzeltermin | Fr, 17.07.2026, 10:00 - Fr, 17.07.2026, 18:00 | extern | Berlin

Studienplankontext

Praktische Prüfung
Prüfungstermin: Dienstag, 29.09.2026 - Mittwoch, 30.09.2026
Wiederholungstermin: Zu dieser Prüfung wird kein Wiederholungstermin angeboten, da sie didaktisch untrennbar mit einer der zugeordneten Lehrveranstaltungen verbunden ist. Die Wiederholung der Prüfungsleistung ist somit erst bei erneutem Modulangebot möglich.
Praktische Leistung in Form eines kuratorischen Textes, der auf eine Künstler*innen-/Objektrecherche ggf. samt Zeitzeug*innen-Interview aufbaut und bei entsprechender Qualität und mit redaktioneller Abstimmung veröffentlicht werden kann. | Anzeige von Anmeldebeginn und -ende systembedingt. Selbständige Anmeldung nur zum Prüfungstermin und nicht zum Wiederholungstermin möglich.

Organisatorisches

Seminar
max. 2 von 14 Sitzungen (~14%) online synchron
2
zentrales Verfahren zur Restplatzvergabe (mit Teilnehmerbegrenzung)
25

Anmeldung

zentrales Verfahren zur Restplatzvergabe (mit Teilnehmerbegrenzung)

Die Anmeldung endete am 07.4.2026 um 23:59 Uhr

Inhaltliches

Deutsch
Collecting "The East" in the West - Art from the GDR in the Collection of the Berliner Volksbank
keine

Wie wurde Kunst aus der DDR im Westen wahrgenommen, gehandelt und bewertet – und von wem? Das Seminar widmet sich den Rezeptionsdynamiken im deutsch-deutschen Kunstbetrieb des Kalten Krieges und rückt damit eine Perspektive in den Mittelpunkt, die in kunsthistorischer Forschung und Öffentlichkeit bis heute unterrepräsentiert ist.
Der sogenannte „Bilderstreit“ – jene kunsthistorischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen über die Bewertung von DDR-Kunst, die seit der Wiedervereinigung 1990 immer wieder aufflackern – bildet einen wichtigen Ausgangspunkt, ist aber nur ein Teil eines weitaus vielschichtigeren Rezeptionsgeschehens. Schon während des Kalten Krieges zirkulierten Kunstwerke aus der DDR in westlichen Kontexten: durch den Staatlichen Kunsthandel der DDR (gegr. 1974), der ab 1982 zeitgenössische Kunst auf der Art Basel präsentierte; durch westdeutsche Galerien wie die Galerie Brusberg in Hannover; durch Ausstellungsbeteiligungen wie die kontroverse documenta 6 in Kassel (1977); und durch informelle Netzwerke, die sich öffentlicher Wahrnehmung weitgehend entzogen. Zur gleichen Zeit vermittelte der Direktor des Dresdner Kupferstichkabinetts Werke von Carlfriedrich Claus und Gerhard Altenbourg in die Sammlung des MoMA in New York.
Diese Westrezeption war nie politisch neutral. Sie war eingebettet in die Rhetorik des Kalten Krieges, in der abstrakte Kunst aus dem Westen als „frei und demokratisch“ galt, figurative Kunst aus dem Osten hingegen pauschal als ideologisch kompromittiert abgetan wurde – eine Stigmatisierung, die bis in die Gegenwart nachwirkt. Zugleich war das Spektrum der westlichen Akteur*innen, die sich dennoch für DDR-Kunst engagierten, erstaunlich divers: Es reichte von linksliberalen Gallerist*innen und ehemaligen Dissidenten über internationale Diplomat*innen und Privatsammler*innen bis zur Grundkreditbank in West-Berlin, die ab 1985 als eine der ersten westdeutschen Institutionen gezielt Kunst aus der DDR ankaufte.

Fallstudie: Die Kunstsammlung der Berliner Volksbank
Die Sammlung der Grundkreditbank – heute mit rund 1.500 Werken Teil der genossenschaftlich organisierten Berliner Volksbank – bildet die zentrale Fallstudie des Seminars. Sie vereint Werke der sogenannten „Staatsmalerei“ (Heisig, Mattheuer, Tübke) mit Positionen aus Galerien und alternativen Netzwerken und bietet damit eine außergewöhnliche Grundlage, um die zeitgenössische Rezeption und die wechselvolle Bewertungsgeschichte dieser Kunst zu rekonstruieren – mit Blick auf Kunstmarkt, Ausstellungspolitik, Genderaspekte und den politischen Kontext.

Das Seminar vermittelt Kompetenzen in der kunsthistorischen Recherche zu wenig erforschten künstlerischen Positionen; in der Analyse von Rezeptionsgeschichten, Wertungsdiskursen und Ausstellungspolitiken; in Oral-History-Methodik und dem Führen wissenschaftlicher Interviews; sowie in der Übersetzung komplexer kunstwissenschaftlicher Inhalte in kuratorische Texte für ein internationales, nicht-akademisches Publikum.

Das Seminar ist ein Kooperationsseminar mit dem kuratorischen Team der Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank und wird vom 15. - 17. Juli 2026 in ihren Räumlichkeiten in Berlin stattfinden (davor online zur Vorbereitung). Das Programm wird außerdem gezielte Führungen in Depots und Ausstellungsräumen in Berlin und Potsdam enthalten und es werden in der Sammlung vertretene Künstler*innen und andere Zeitzeug*innen zum Gespräch eingeladen.

Evaluation

Die Lehrveranstaltung ist derzeit nicht zur Evaluation angemeldet.

Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation/lehrveranstaltungsevaluation.html

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