Termine
| wöchentlich | Donnerstag | 09:50 - 12:05 | 06.04.2026 - 30.04.2026 | C 12.009 Seminarraum |
| wöchentlich | Donnerstag | 09:50 - 12:05 | 07.05.2026 - 07.05.2026 | fällt aus ! |
| wöchentlich | Donnerstag | 09:50 - 12:05 | 21.05.2026 - 28.05.2026 | C 12.009 Seminarraum |
| wöchentlich | Donnerstag | 09:50 - 14:15 | 04.06.2026 - 04.06.2026 | C 12.111 Seminarraum | inkl. Ersatztermin für 7. Mai |
| wöchentlich | Donnerstag | 09:50 - 12:05 | 11.06.2026 - 10.07.2026 | C 12.009 Seminarraum |
Studienplankontext
Projektdokumentation (60%)
Wiederholungstermin: Zu dieser Prüfung wird kein Wiederholungstermin angeboten, da sie didaktisch untrennbar mit einer der zugeordneten Lehrveranstaltungen verbunden ist. Die Wiederholung der Prüfungsleistung ist somit erst bei erneutem Modulangebot möglich.
Organisatorisches
Anmeldung
Die Anmeldung endete am 07.4.2026 um 23:59 Uhr
Personen
Inhaltliches
Diese Lehrveranstaltung verfolgt zwei Ziele gleichzeitig. Das erste ist eine solide Einführung in die Netzwerkanalyse: Grundbegriffe, Metriken, Clustering, Zufallsgraphen — das klassische Handwerkszeug, das in Informatik, Wirtschaft und Datenwissenschaft gleichermaßen gefragt ist. Das zweite Ziel ist die direkte Anwendung dieser Methoden auf ein konkretes, aktuelles Problem — und das ist in diesem Semester die Analyse und Bewertung von Sportturnieren.
Sportturniere sind überall. Die FIFA-Weltmeisterschaft, die Champions League, Wimbledon, die NBA-Playoffs — Milliarden von Menschen verfolgen sie und streiten darüber, ob sie fair sind. Was sich dabei auf den ersten Blick wie eine sportliche Debatte anfühlt, ist bei näherer Betrachtung ein mathematisches Problem: Turnierdesign ist ein Forschungsfeld an der Schnittstelle von Graphentheorie, Operations Research und Spieltheorie. Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die parallel zu diesem Semester stattfindet, bietet dabei einen besonders aktuellen Anlass: Mit 48 Teams und einem neuen Format wirft sie genau die Fragen auf, denen wir in diesem Kurs nachgehen.
Vier Grundfragen ziehen sich durch die gesamte Veranstaltung:
Findet ein Turnier wirklich die beste Mannschaft? Oder entscheidet das Format mehr als die Leistung?
Sind alle Teilnehmer gleich behandelt? Oder bevorzugt das Design — durch Format, Auslosung oder Spielplan — systematisch bestimmte Teams?
Gibt es Anreize, jedes Spiel zu gewinnen? Oder kann ein geschickt gewähltes Ergebnis einer Mannschaft mehr nützen als ein Sieg?
Sind die Spiele spannend? Oder sind viele Begegnungen schon entschieden, bevor sie angepfiffen werden?
Diese Fragen klingen intuitiv — ihre Beantwortung erfordert jedoch präzise Definitionen, formale Modelle und, ganz konkret, die Werkzeuge der Netzwerkanalyse. Genau das wird in diesem Kurs entwickelt.
Die wöchentliche Sitzung gliedert sich in einen Vorlesungsteil, in dem die Grundlagen der Netzwerkanalyse thematisiert werden, und einen Projektteil. In dem Projektteil werden in den ersten Wochen grundlegende Konzepte zur Beschreibung und Bewertung von Turnieren vorgestellt. Anschließend übernehmen die Studierenden: Jede Person bereitet einen Vortrag zu einem ausgewählten Forschungspapier aus diesem Bereich vor. Die verfügbaren Paper decken ein breites Spektrum ab — von der Fairness der WM-Gruppenauslosung über das Ranking von Tennisspielern mit unvollständigen Vergleichsdaten bis hin zur Anwendung von PageRank auf NCAA-Basketball. Eine vollständige, kommentierte Liste findet sich weiter unten im Kurs.
Im abschließenden Projektteil wenden die Studierenden das Gelernte eigenständig an. Sie wählen dazu eine Sportart und ein Turnier oder eine Liga — ob Bundesliga, NBA, Handball-Champions-League oder etwas völlig anderes — und untersuchen eine eigene Fragestellung mit den im Kurs erlernten Methoden.
Prüfungsleistungen
Seminarvortrag (40%) Präsentation eines Forschungspapers aus der bereitgestellten Liste. Im Vortrag soll die Kernfrage des Papers erläutert, die Methodik vorgestellt und die Ergebnisse diskutiert werden. Jedes Paper kann nur einmal vergeben werden. Die Zuordnung der Paper erfolgt spätestens in der vierten Vorlesungswoche.
Projektarbeit (60%) Eigenständige Analyse eines Turniers oder einer Liga nach eigener Wahl, mit schriftlicher Ausarbeitung und Abschlusspräsentation. Die Bearbeitung im Team (2 Studierende) ist möglich und ausdrücklich erwünscht.
Die Studierenden sollen in die Lage versetzt werden, grundlegende Methoden der Netzwerkanalyse in den theoretischen Anforderungen und der sachbezogenen Problemstellung gemäß selbstständig, eigenverantwortlich und zielgerecht anzuwenden und den Umgang mit entsprechenden Softwarelösungen erlernen. Die Veranstaltung fördert darüber hinaus die Offenheit für unbekannte Methoden und Vorgehensweisen und die Kompetenz zum kritischen Denken.
Evaluation
Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation-feedback.html