eventIndividuelle und kollektive Erinnerung: Kultur- und sozialwissenschaftliche Perspektiven (S)
person Ulf Wuggenig

Nächster Termin: Nächste Woche Freitag um 14:15 Uhr

Termine

wöchentlich | Freitag | 14:15 - 15:45 | 10.04.2026 - 10.07.2026 | C 5.311 Seminarraum

Studienplankontext

Schriftliche wissenschaftliche Arbeit unter Aufsicht (90 Minuten)
Handschriftlich in Prüfungsräumen der Leuphana
Prüfungstermin: Freitag, 31.07.2026, 14:15, room C 14.027 Seminarraum
Wiederholungstermin: : Keine selbständige Anmeldung zum Wiederholungstermin möglich. info_outline
Freitag, 18.09.2026, 12:15, room C HS 3
8 Fragen im offenen Antwortformat | Anzeige von Anmeldebeginn und -ende systembedingt. Selbständige Anmeldung nur zum Prüfungstermin und nicht zum Wiederholungstermin möglich.

Organisatorisches

Seminar
Vollständig Präsenz
2
zentrales Verfahren zur Restplatzvergabe (mit Teilnehmerbegrenzung)
35

Anmeldung

zentrales Verfahren zur Restplatzvergabe (mit Teilnehmerbegrenzung)

Die Anmeldung endete am 07.4.2026 um 23:59 Uhr

Personen

Inhaltliches

Deutsch
Individual and Collective Memory: Cultural and Social Science Perspectives
keine

Dieses Seminar bietet eine interdisziplinäre Einführung in das komplexe Feld der Erinnerungs- und Gedächtnisforschung. Ausgehend von den grundlegenden Unterscheidungen zwischen individuellem, kommunikativem und kollektivem Gedächtnis, beleuchten wir, wie Erinnerungen in Gesellschaften entstehen, tradiert und politisch genutzt werden.
Wir beginnen mit den theoretischen Fundamenten aus Psychologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft, um ein solides Begriffsgerüst aufzubauen. Dabei widmen wir uns kanonischen Texten von Autoren wie Maurice Halbwachs, Jan und Aleida Assmann, Pierre Bourdieu und Jeffrey K. Olick. Beachtung finden auch die Rolle des körperlichen Gedächtnisses („Habitus“) und die Frage, wie traumatische Ereignisse über Generationen weitergegeben werden.
Anschließend untersuchen wir, wie Erinnerungen durch verschiedene Medien und Orte – von Texten, Musik und bildender Kunst über Film und Fotografie bis hin zu digitalen Plattformen – gespeichert und vermittelt werden. Dabei betrachten wir, wie sich das Gedenken an Ereignisse durch Medien wie etwa die Historienmalerei oder moderne Kunst verändert hat und wie Musik persönliche sowie kollektive Erinnerungen reaktualisiert. In einem weiteren Teil des Seminars wenden wir die erworbenen Konzepte und theoretischen Grundlagen schließlich auf konkrete Anwendungsgebiete an, darunter die deutsche Erinnerungskultur und -politik in Bezug auf den Nationalsozialismus, speziell mit Bezug auf unseren speziellen Kontext, also Lüneburg, die Verarbeitung von Kriegen und Konflikten sowie die Rolle von Erinnerung im lokalen Kontext, z.B. im Hinblick auf die Campusgeschichte der Leuphana und ihrer Vorläuferinstitutionen. Dabei handelt es sich um eine Kaserne, die für die Wehrmacht und ihre Angriffskriege errichtet wurde und dann von British Army und Bundeswehr übernommen wurde, bevor 1993 die Verwandlung in jene Bildungsinstitution erfolgte, die seit 2007 als Leuphana auftrat und nicht zuletzt über das Zentralgebäude von Daniel Libeskind, bei dem es sich um eine erinnerungskulturelle und -politische architektontische Intervention handelt, internationale Sichtbarkeit erlangen konnte. Teil der praxisbezogenen Beschäftigung mit Erinnerungskultur wird auch die diskursive Begleitung des #StolenMemory Projekts und Containers der Arolsen Archives sein, dessen Aufstellung am Leuphana Campus seitens des AStA für Mai geplant ist. https://arolsen-archives.org/mitmachen/stolenmemory/die-wanderausstellung/

Ziel ist es, die Studierenden zu befähigen, die komplexe Dynamik von Gedächtnisprozessen in der Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen und kritisch zu analysieren.
Nach Abschluss des Seminars sind die Studierenden in der Lage:
• Grundlegende Begriffe und Theorien der interdisziplinären Gedächtnisforschung zu definieren und voneinander abzugrenzen (z. B. individuelles, soziales, kulturelles und kommunikatives Gedächtnis).
• Kanonische Texte der Gedächtnisforschung kritisch zu rezipieren und ihre Bedeutung für die unterschiedlichen Disziplinen zu erfassen.
• Die Rolle von Medien (insbesondere Musik und bildender Kunst), Orten und Ritualen bei der Konstruktion und Übermittlung von kollektiven Erinnerungen zu identifizieren und zu analysieren.
• Zu erkennen, wie Musik als Gedächtnismedium persönliche wie kollektive Erinnerungen reaktualisiert.
• Die Veränderung der Geschichtsdarstellung in der bildenden Kunst von der Historienmalerei bis zum Modernismus, der sich von historischen Narrativen abwendet, bis zur Reaktualisierungen solcher Erzählungen in der postmodernistischen Kunst nachzuvollziehen.
• Theoretische Konzepte auf selbstgewählte Anwendungsgebiete zu übertragen und eigene Fragestellungen zu entwickeln.

Evaluation

Die Lehrveranstaltung ist derzeit nicht zur Evaluation angemeldet.

Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation-feedback.html

DE | EN
IMPRESSUM
GET SUPPORT!