Termine
| Einzeltermin | Fr, 17.04.2026, 10:15 - Fr, 17.04.2026, 13:45 | C 12.001 Seminarraum |
| Einzeltermin | Fr, 08.05.2026, 10:15 - Fr, 08.05.2026, 13:45 | C 14.204 Seminarraum |
| Einzeltermin | Fr, 22.05.2026, 10:00 - Fr, 22.05.2026, 13:00 | C 14.006 Seminarraum |
| Einzeltermin | Fr, 29.05.2026, 10:15 - Fr, 29.05.2026, 13:45 | C 12.001 Seminarraum |
| Einzeltermin | Fr, 19.06.2026, 10:15 - Fr, 19.06.2026, 13:45 | C 12.107 Seminarraum |
| Einzeltermin | Fr, 26.06.2026, 10:15 - Fr, 26.06.2026, 13:45 | C 12.107 Seminarraum |
| Einzeltermin | Fr, 03.07.2026, 10:15 - Fr, 03.07.2026, 13:45 | C 12.107 Seminarraum |
Studienplankontext
Individuelle Leistung: Response Paper zum Ablauf der Diskussion. Entwicklung von drei Fragestellungen für ein Experteninterview. Identifikation von drei potentiellen Interviewpartner:innen (25%)
Gruppenleistung: Durchführung von zwei Experteninterviews. Präsentation und kritische Einordnung der Ergebnisse (50 %) (50%)
Wiederholungstermin: Zu dieser Prüfung wird kein Wiederholungstermin angeboten, da sie didaktisch untrennbar mit einer der zugeordneten Lehrveranstaltungen verbunden ist. Die Wiederholung der Prüfungsleistung ist somit erst bei erneutem Modulangebot möglich.
Organisatorisches
Anmeldung
Die Anmeldung endete am 07.4.2026 um 23:59 Uhr
Personen
Inhaltliches
Kann eine Künstliche Intelligenz rassistisch sein? Eine datenverarbeitende Maschine, ein selbstlernender Algorithmus? Solche Fragen beschäftigen längst nicht mehr nur Fans dystopischer Science-Fiction, sondern sind Gegenstand eines wachsenden sozio-technischen Forschungsfelds. Die UN-Sonderberichterstatterin für Rassismus, Ashwini K.P., ist sich in einem jüngsten Bericht sicher: Der weitgehend unregulierte Einsatz von KI verstärke Erscheinungsformen von „systemischem Rassismus“ und „systemischer Unterdrückung“.
In diesem Seminar nähern wir uns dem Verhältnis von Künstlicher Intelligenz und Rassismus vornehmlich, aber nicht ausschließlich, aus soziologischer Perspektive. Wir analysieren konkrete Anwendungsfelder von KI-Systemen – in Polizei und Justiz, im Gesundheitswesen und der Arbeitswelt, in generativen Chatbots und der Bildproduktion. Leitend ist dabei die Frage, wie sich Technologie und Gesellschaft wechselseitig prägen.
Wir untersuchen, wie gesellschaftliche Diskriminierungsstrukturen zu Verzerrungen in Datensätzen führen, wie rassistische Bias durch problematisches Design von Algorithmen verstärkt oder reproduziert werden und wie mächtige KI-Tools gezielt zur Förderung von Hass und Vorurteilen eingesetzt werden können.
Darüber freuen wir uns auf spannende Gastvorträge:
Mit dem Redakteur (netzpolitik.org) und Autoren Ingo Dachwitz diskutieren wir Arbeits- und Produktionsbedingungen von KI: die Dominanz globaler Tech-Konzerne, die Frage nach Diversität in Entwicklerteams sowie die Ausbeutung von Click-Arbeiter:innen im Globalen Süden im Rahmen eines modernen Daten-Kolonialismus.
Mit Nasanin Montazeri, die Angewandten Medienwirtschaft und Medienkultur studierte, sprechen wir über ihre Erfahrung als Leiterin Kommunikation & Marketing bei YOUNA, einem KI-Tool für Rassismusbetroffene, und wollen so neben Risiken auch Chance der neuen Technologien ergründen.
Durch unseren systematischen Einstieg in dieses neues Forschungsfeld, bei dem die Studierenden schließlich selbst Expert:innen-Interviews planen und durchführen, nähern wir uns gemeinsam einem Komplex großer gesellschaftlicher und soziologischer Brisanz: Wie verändert sich Rassismus, wenn seine soziale – also zwischenmenschliche – Konstitution zunehmend durch ein Mensch-Maschine-Verhältnis erweitert oder gar ersetzt wird?
Empirische Ansätze zur Analyse des Zusammenhangs von Künstlicher Intelligenz und Rassismus aneignen. Sie lernen, aktuelle Anwendungsfelder kritisch zu untersuchen und komplexe Wechselwirkungen zwischen Technologie, Diskriminierungsstrukturen und gesellschaftlichen Machtverhältnissen zu erfassen. Das Seminar trägt dazu bei, eine kritische 'AI literacy' zu entwickeln. Sie entwickeln Methodenkompetenz durch kritische Lektüre, Fallanalysen und diskursanalytische Verfahren. Sozialkompetenz stärken sie in kooperativen Arbeitsformen und Diskussionen, Selbstkompetenz durch eigenständige Reflexion ihrer Position im Spannungsfeld von Technologie, Diskriminierung und gesellschaftlicher Verantwortung.
Evaluation
Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation/lehrveranstaltungsevaluation.html