Termine
| wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 11.308 Seminarraum |
Studienplankontext
Übungsergebnis (40%)
Wiederholungstermin: Zu dieser Prüfung wird kein Wiederholungstermin angeboten, da sie didaktisch untrennbar mit einer der zugeordneten Lehrveranstaltungen verbunden ist. Die Wiederholung der Prüfungsleistung ist somit erst bei erneutem Modulangebot möglich.
Organisatorisches
Anmeldung
Die Anmeldung beginnt erst am 02.10.2026 um 08:00 Uhr. Sie endet am 12.10.2026 um 23:59 Uhr
Diese Veranstaltung gehört zum Cluster »IDD_Deu 350: Medialität«.
In diesem Cluster ist während der Losphasen eine Wahlmöglichkeit zugelassen.
Personen
Inhaltliches
Profilstudium Sprachliche Bildung
Der lebendige „Körper“, als notwendige Bedingung von Kognition und Weltzugang, ist einer der meistdiskutierten Begriffe in unterschiedlichen Diskursen der Kulturgeschichte und Gegenwart: In der phänomenologisch basierten Bewusstseinsphilosophie des Leibes, in der posthumanistischen Kritik an der Abgrenzbarkeit dieses Leib-Begriffs, in den aktuellen neurophysiologischen Forschungen und nicht zuletzt in der Geschichte des Wissens (Epistemologie) um die Physis des Lebendigen. Jenseits der hegemonialen Selbstbehauptungen des aufgeklärten Subjekts haben sich die Künste seit dem späten 18. Jahrhundert bis heute mit den Voraussetzungen, Widersprüchen und insbesondere mit dem Gewaltpotential der jeweiligen Körperkonzepte auseinandergesetzt.
Der Körper erscheint als Wahrnehmungsorganismus und zugleich Figuration und Ausdruck, als ein Medium per se.
Literarische und künstlerische Positionen formulierten die offenen Fragen nach den Verkörperungen der Wahrnehmung, des Denkens und Fühlens jenseits geklärter Grenzziehungen. Schon im 17. Jahrhundert, parallel zu den dualistischen Konzepten der Aufklärung (Mensch/Umwelt, Verstand/Gefühl, Materie/Transzendenz) zeichneten sich normative Körperdiskurse und Körperpraktiken ab in denen dessen materielle Einbettung in die Natur immer weiter aus dem Blickfeld geriet. Überschneidungen, wechselseitige Einflüsse und Widersprüche von künstlerischen und biologischen bzw. medizinischen Diskursen bestimmen dabei die Grenzverschiebungen in der Greifbarkeit und Begrifflichkeit von menschlichen Körpern.
Das Seminar widmet sich der Sprachbildlichkeit von Körpertexten in ihren Visualisierungen, Beschreibungen, Modellierungen und in ihrem kritischen Potenzial seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Der kulturgeschichtliche Bogen reicht von Lessings Körper-Reflexionen bis zu aktuellen künstlerischen oder literarischen Positionen, wie Berlinde De Bruyckeres grenzauflösenden Installationen oder Christine Wunnickes mit dem Büchner-Preis 2026 ausgezeichnetem Roman „Wachs“.
Körperpraktiken lassen sich heute – in der medialen Vereinzelung KI-gesteuerten Sprechens, Schreibens und Handelns – nicht mehr überwiegend als ein konkretes, physisches Aufeinandertreffen von sich als Personen verstehenden Subjekten beschreiben. Doch besteht in diesem Modul der Anspruch, Denk- und Lernprozesse über diese Phänomene an personengebundene, individuelle Leistungen zu knüpfen. Lehre und Prüfungsleistungen, die Ende Januar/Anfang Februar auf dem Programm stehen, sind daher eng verschränkt. Regelmäßige, aktive Teilnahme wird ausdrücklich empfohlen, die Nutzung von KI-Tools zur Erstellung der Prüfungsleistungen ist ausgeschlossen.
Evaluation
Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation/lehrveranstaltungsevaluation.html