Termine
| wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 40.108 Seminarraum |
Studienplankontext
Wiederholungstermin: : Keine selbständige Anmeldung zum Wiederholungstermin möglich. info_outline
Donnerstag, 30.09.2027
Organisatorisches
Anmeldung
Die Anmeldung beginnt erst am 02.10.2026 um 08:00 Uhr. Sie endet am 12.10.2026 um 23:59 Uhr
Personen
Inhaltliches
Es gibt vielleicht keinen anderen Moment der jüngeren Geschichte, in dem die Frage nach dem Selbst in ihren vielfältigen Ausprägungen so viel Aufmerksamkeit erhalten hat wie heute. Dies wird noch deutlicher, wenn man diese Frage nicht nur aus theoretischer, sondern auch aus praktischer Perspektive betrachtet: nämlich im Hinblick auf die stetig wachsende Verbreitung von Praktiken, die sich auf das Selbst beziehen – auf sein Wissen, seine Verbesserung, seine Erlösung, seine Regierung und seine Befreiung. Die Moderne kann als ein besonderes Verhältnis des Subjekts zu sich selbst verstanden werden: Sie verlangt, sich nicht als gegeben zu akzeptieren, sondern sich selbst als Gegenstand einer kontinuierlichen Bearbeitung zu begreifen. Dieser Prozess kann als eine Form der „Konversion“ beschrieben werden, in der das Subjekt seine gegenwärtige soziale und ontologische Bestimmung überschreitet und sich transformiert. Diese Transformation ist als Subjektivierung zu verstehen: nicht als Schaffung von Subjekten aus dem Nichts, sondern als Prozess der Umformung bestehender, scheinbar natürlicher Identitäten in Formen von Konflikt und Dissens. Subjektivierung impliziert daher immer eine Form der Desidentifikation und Entnaturalisierung sozialer Positionen. Das Subjekt ist dabei nicht nur individuell, sondern auch kollektiv und relational zu denken. Politische Subjektivierung entsteht dort, wo bestehende soziale Zuschreibungen in Frage gestellt und neue Formen des politischen Handelns möglich werden.
Das Seminar stellt die Frage nach den Technologien und Politiken des Selbst. Es wird die Vorstellung eines natürlichen, ursprünglichen Subjekts grundsätzlich in Frage gestellt. Stattdessen zeigt sich, dass diese Idee selbst ein historisches Konstrukt ist. Gegenwärtig entsteht vielmehr eine neue, „maschinische“ Dimension von Subjektivität. Diese erfordert keine nostalgische Rückkehr zu früheren Formen des Subjekts, sondern eine Analyse der Bedingungen, unter denen diese neue Form entsteht. Nur so lassen sich die Möglichkeiten und Potenziale verstehen, die sich daraus eröffnen.
Das Seminar macht die Studierenden mit Grundproblemen und Debatten der zeitgenössischen Kulturwissenschaften vertraut. Exemplarische Figuren und Positionen der gegenwärtigen Kulturphilosophie und wichtige Strömungen der Philosophie des 20. Jahrhunderts und der modernen Klassiker werden erläutert. Ein weiteres Lernziel besteht in der Erfahrung der kontroversen Diskutierbarkeit kultureller Positionen im Unterschied zu ihrer kanonischen Interpretation.
Evaluation
Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation/lehrveranstaltungsevaluation.html