Termine
| wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 40.108 Seminarraum |
Studienplankontext
Wiederholungstermin: : Keine selbständige Anmeldung zum Wiederholungstermin möglich. info_outline
Dienstag, 08.06.2027 - Mittwoch, 09.06.2027
Organisatorisches
Anmeldung
Die Anmeldung beginnt erst am 02.10.2026 um 08:00 Uhr. Sie endet am 12.10.2026 um 23:59 Uhr
Personen
Inhaltliches
Das Seminar beschäftigt sich mit aktuellen Themen, mit denen wir heute konfrontiert sind, insbesondere mit dem Versuch, eine neue Weltordnung zu etablieren. Populismen, Kriege und Faschismen scheinen erneut im Zentrum der geopolitischen Situation zu stehen. Ausgehend von dieser Lage untersucht das Seminar Theorien sozialer und politischer Ordnung, die teilweise auf die Krisen der 1930er Jahre zurückgehen.
Dabei werden unterschiedliche Interpretationen des Faschismus analysiert. Gleichzeitig werden zwei gängige Deutungen kritisch hinterfragt: weder wird der Faschismus als bloße historische Abweichung innerhalb der Moderne verstanden, noch als simples Werkzeug des Kapitalismus.
Das Seminar untersucht die Hypothese, dass die Entstehungskraft verschiedener Formen des Populismus in einer grundlegenden Spannung sozialer Ordnungen liegt. Im Zentrum steht dabei die Unterscheidung zwischen zwei Dimensionen des Sozialen. Die erste beschreibt eine homogene Ordnung, die auf Nützlichkeit, Produktion, Vergleichbarkeit und messbarem Wert beruht und damit die Grundlage bürgerlicher Gesellschaften bildet. Sie organisiert soziale Beziehungen über Stabilität, Funktionalität und ökonomische Rationalität.
Demgegenüber steht eine heterogene Dimension, die alles umfasst, was sich dieser Logik entzieht: Exzess, Gewalt, Affekt, das Sakrale, das Ausgeschlossene sowie soziale Gruppen am Rand der Ordnung. Diese Kräfte erscheinen als nicht vollständig integrierbar, können jedoch zugleich politische Wirksamkeit entfalten.
Das Seminar analysiert, wie politische Bewegungen entstehen können, wenn solche heterogenen Kräfte mobilisiert und in neue Formen sozialer Kohäsion überführt werden. Dabei wird insbesondere gefragt, wie sich affektive Intensitäten, Ausnahmezustände und soziale Ausgrenzung politisch organisieren lassen und welche Rolle sie bei der Stabilisierung oder Transformation gesellschaftlicher Ordnungen spielen.
Das Seminar macht die Studierenden mit Grundproblemen und Debatten der zeitgenössischen Kulturwissenschaften vertraut. Exemplarische Figuren und Positionen der gegenwärtigen Philosophie und wichtige Strömungen der Kulturwissenschaften des 20. Jahrhunderts und der modernen Klassiker werden erläutert. Ein weiteres Lernziel besteht in der Erfahrung der kontroversen Diskutierbarkeit philosophischer und kultureller Positionen im Unterschied zu ihrer kanonischen Interpretation.
Evaluation
Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation/lehrveranstaltungsevaluation.html