eventAufklärung als Kritik / Kritik an der Aufklärung (V)
person Marina Martinez Mateo

Nächster Termin: Am 15. Oktober um 12:15 Uhr
Diese Veranstaltung stammt aus dem Wintersemester 2026/2027!

Termine

wöchentlich | Donnerstag | 12:15 - 13:45 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C HS 3

Studienplankontext

Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung wird für dieses Modul keine Prüfung angeboten.

Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung wird für dieses Modul keine Prüfung angeboten.

Organisatorisches

Vorlesung
Vollständig Präsenz
2
zentrales Listenverfahren (ohne Teilnehmerbegrenzung)
200

Anmeldung

zentrales Listenverfahren (ohne Teilnehmerbegrenzung)

Die Anmeldung beginnt erst am 02.10.2026 um 08:00 Uhr. Sie endet am 12.10.2026 um 23:59 Uhr.

Inhaltliches

Deutsch
Enlightenment Critique / Criticism of Enlightenment
Gasthörerprogramm

Zum Format dieser Ringvorlesung:
Die Vorlesung "Kontroversen der Kulturwissenschaften" ist der Erschließung aktueller Diskussionen aus der historischen Breite und Tiefe der Kulturwissenschaften gewidmet. Die Vorlesung ist als Ringvorlesung konzipiert und wird von Dozierenden der Fakultät Kulturwissenschaften und Gästen gestaltet, die sich aus jeweils unterschiedlichen fachlichen, methodischen und thematischen Perspektiven einem gesellschaftlichen Problemfeld widmen (zuletzt: "Nach 1968", "Konflikt", "Klimakatastrophe. Kulturwissenschaftliche Perspektiven", „Transkulturalität und Migration“). Im Wintersemester 2026/27 soll sich die Ringvorlesung der Spannbreite von Aufklärung und Kritik widmen.

Zum vorgeschlagenen Problemfeld „Aufklärung als Kritik / Kritik an der Aufklärung“ (WS 2026/27):
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“ – mit diesem berühmten Satz lässt Immanuel Kant 1784 seinen Essay „Was ist Aufklärung“ beginnen, der paradigmatisch für ein Verständnis des Begriffs „Aufklärung“ geworden ist. Der „Mut“, sich des „eigenen Verstandes zu bedienen“, wird so zum Leitmotiv der Aufklärung: als Aufforderung, selbst zu denken, eigene Urteile zu bilden, Autoritäten zu hinterfragen und sich von Herrschaft und Indoktrination zu befreien. Mit diesem Aufruf verbindet sich zugleich der epistemologische Anspruch, Klarheit in das Denken zu bringen, Aberglauben zu überwinden und Rationalität hervorzubringen. So ist das Programm der Aufklärung unauflöslich mit der Tätigkeit der Kritik verbunden – und der von diesem Programm ausgehende Epochenbegriff der Aufklärung ist als Zeitalter der Kritik in die Lehr- und Geschichtsbücher eingegangen. Zugleich aber ist das nordeuropäische historische Projekt der Aufklärung wiederum selbst zum Gegenstand grundlegender Kritik geworden – etwa in der Betonung, dass der Kampf gegen den Aberglauben auf eigene Weise zum Dogma zu werden und neue Formen der Herrschaft hervorzubringen droht. Auch dass die Aufteilung von „aufgeklärt“ und „unaufgeklärt“ der Rechtfertigung kolonialer Praktiken dient und eng mit der Entstehung des modernen Rassismus verbunden ist, ist herausgearbeitet worden. In der Annahme der „Selbstverschuldung“ scheint zudem eine bürgerliche Blindheit für die sozialen Bedingungen der Freiheit zu liegen, die womöglich als Teil eines liberalen Individualismus angesehen werden muss.

Wie ist also mit dem aufklärerischen Anspruch der Kritik vor dem Hintergrund solcher Kritiken umzugehen? Lässt sich das Projekt der Aufklärung durch Selbstkritik weiterführen oder gar „vollenden“? Lassen sich die normativen Fundamente der Aufklärung gegen solche Kritik in Anschlag bringen oder lassen sie sich von ihr ausgehend neu bestimmen? Muss der Begriff der Aufklärung pluralisiert und geöffnet werden, um transkulturelle Verflechtungen ins Zentrum zu rücken und das Erbe der Aufklärung jenseits ihrer eurozentrischen Bestimmung hervorzuheben? Oder sollte das Projekt der Aufklärung ganz zugunsten anderer Formen des Denkens und anderer politischer Visionen aufgegeben werden? All diese unterschiedlichen Ansätze (und wahrscheinlich noch weitere) sollen in der Ringvorlesung vorgestellt, diskutiert und in einen Dialog gebracht werden.

Ziel der Vorlesung ist es, die Produktivität, Perspektivität und Reichweite von inter- und transdisziplinärer Forschung an einem Gegenstand vorzuführen, der in besonderer Weise auf die Vielfalt von kulturwissenschaftlichen Zugängen und Methoden angewiesen ist. Die Studierenden lernen, wie man anhand kulturwissenschaftlicher Methoden, Ansätze und Theorien ein aktuelles Thema erschließt.

Evaluation

Die Lehrveranstaltung ist derzeit nicht zur Evaluation angemeldet.

Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation/lehrveranstaltungsevaluation.html

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