Termine
| wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 12.10.2026 - 25.01.2027 | C 16.203 Seminarraum |
Studienplankontext
Schriftliche Ausarbeitung des Vortrags (75%)
Wiederholungstermin: Zu dieser Prüfung wird kein Wiederholungstermin angeboten, da sie didaktisch untrennbar mit einer der zugeordneten Lehrveranstaltungen verbunden ist. Die Wiederholung der Prüfungsleistung ist somit erst bei erneutem Modulangebot möglich.
Organisatorisches
Anmeldung
Die Anmeldung beginnt erst am 02.10.2026 um 08:00 Uhr. Sie endet am 12.10.2026 um 23:59 Uhr.
Personen
Inhaltliches
Textil als Material in der Gegenwartskunst hat Konjunktur.
Das Seminar bietet eine Einführung in diese gegenwärtigen Konjunkturen und fragt nach deren Geschichte. Im Zentrum steht die Frage nach den institutionellen Rahmenbedingungen des Textils während des Kalten Krieges bis in die Gegenwart.
Das Seminar teilt sich in drei Schwerpunkte: erstens, Textil in der Gegenwartskunst, zweitens, Textil in der Kunst der 1960er/70er Jahre und drittens, Biennalen der Textilkunst (Lausanne/São Paulo). Ausgewählte künstlerische Arbeiten von u. a. Sheila Hicks, Faith Ringgold, Eva Hesse und Magdalena Abakanowicz werden diskutiert.
"Wie lässt sich die Materialität von Textil beschreiben?" Praxisnahe Übungen und eigene Werkbeschreibungen werden im Verlauf des Seminars angefertigt, die als Vorarbeit für Ihre Hausarbeit dienen können. Die Texte werden in Kleingruppen und im Plenum diskutiert. Eine Sitzung wird in Kooperation mit der Schreibwerkstatt (Thema: Wissenschaftliches Schreiben) stattfinden.
Ziel ist es, den wissenschaftlichen Umgang mit historischen Archivmaterialien in der Kunstwissenschaft zu erproben. „Wie lassen sich Kunstkritiken kontextualisieren?“ Wie Ausstellungsansichten beschreiben?“„Welche Funktion hat eine Werkbeschreibung in meiner Argumentation?“
Historische Einordnung: Im Jahr 1965 erhält die polnische Künstlerin Magdalena Abakanowicz (1930–2017) für ihre großformatigen Textilskulpturen den Grand Prix der Biennale in São Paulo. Kurz zuvor, 1962, findet die 1. Internationale Biennale der Tapisserie in Lausanne (1962–1995) statt, bei der die textilen Arbeiten von Abakanowicz und fünf weiteren polnischen Künstler*innen für Aufruhr sorgen werden. Organisiert vom Centre international de la tapisserie ancienne et moderne (CITAM), wird Lausanne zum Zentrum der Textilkunst. Ein enges Netzwerk aus Sammler*innen, Kurator*innen und Künstler*innen unternimmt den Versuch, ein nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit geratenes Material wiederzubeleben. Wie hängen diese Ereignisse zusammen? Diesen Fragen wird das Seminar nachgehen. Als Fallbeispiele dienen neben der São Paulo Biennale, die Biennale Internationale de la Tapisserie in Lausanne (1962–1965) und die Internationale Triennale des Textils im Zentralen Textilmuseum in Łódź (Centralne Muzeum Włókiennictwa).
Ziel des Seminars ist es, die institutionelle Verfasstheit der Kunst anhand des Textils als Material zu untersuchen. Die Studierenden erhalten Einblick in einen Diskurs in der Biennalen als Plattformen einen wesentlichen Beitrag zur Distribution, Vermittlung und Rezeption von Textil in der Kunst geleistet haben. Vor dem Hintergrund des Kontextes des Kalten Krieges werden kulturelle, wirtschaftliche und politische Bedingungen analysiert und deren Einfluss auf Prozesse der Institutionalisierung von Textilkunst reflektiert.
Evaluation
Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation/lehrveranstaltungsevaluation.html