Termine
| wöchentlich | Donnerstag | 14:15 - 15:45 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 3.121 Seminarraum |
Studienplankontext
Gruppenpräsentation des Sitzungsthemas mit Thesenpapier (25%)
Mündliche Abschlussreflexion (50%)
Wiederholungstermin: Zu dieser Prüfung wird kein Wiederholungstermin angeboten, da sie didaktisch untrennbar mit einer der zugeordneten Lehrveranstaltungen verbunden ist. Die Wiederholung der Prüfungsleistung ist somit erst bei erneutem Modulangebot möglich.
Organisatorisches
Anmeldung
Die Anmeldung beginnt erst am 02.10.2026 um 08:00 Uhr. Sie endet am 12.10.2026 um 23:59 Uhr.
Wenn Sie in dieser Veranstaltung einen Platz bekommen, werden Sie automatisch auch in der Veranstaltung Aufklärung und Fortschritt: Begriffe, Affekte, Imaginationen - S (Sven Kramer) angemeldet.
Personen
Inhaltliches
Kritik im engeren literaturwissenschaftlichen Sinne entsteht erst um 1800. Unter dem Begriff der Kritik fallen jedoch die unsterschiedlichsten Praktiken und Verfahrensweisen der historischen Akteur*innen der europäischen Aufklärung - so sehr, dass ein Verständnis der Aufklärungsepoche ausgehend vom späten 17. Jahrhundert ohne die Kategorie der Kritik nicht auskommt. Im Seminar studieren wir verschiedene Formen der Kritik von der Theologiekritik Spinozas über die politische Kritik in Herausgeberfiktionen und Briefromanen (Marana, Montesquieu, Graffigny), die Genese einer Kunstkritik (Diderot) und die Kritik am Christentum (Lessing) bis hin zur Radikalaufklärung der haitianischen Revolution. Formen und Verfahren der Kritik sind der Aufklärung derart inhärent, dass womöglich gerade die Kritik an der Aufklärung ihr paradoxerweise am Treuesten ist. So adressieren heutige Positionen, die Aufklärung als genuin europäisches, autochnones Projekt grundsätzlich in Frage stellen (etwa Graeber/Wengrow, Dhawan), gerade Konzepte, die ihr modernes Vermächnis ausmachen und in Sven Kramers parallel laufendem Seminar in den Blick genommen werden, etwa Fortschritt, aber auch Emanzipation.
Erworben werden genauere Kenntnisse der Aufklärung als Philosophie- und Literaturepoche; auf konzeptioneller Ebene wird am Verhältnis zwischen Aufklärung und Kritik gezeigt, wie das Aufdecken von Ambivalenzen, Paradoxien und Aporien die Hinterlassenschaft der Aufklärung ausmachen, sofern an diesem Konzept festgehalten wird.
Evaluation
Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation/lehrveranstaltungsevaluation.html