eventDie Kunst des Theoretisierens: Ein praktischer Leitfaden zur Sozialtheorie (S)
person Salah Eldin El-Kahil

Nächster Termin: Am 12. Oktober um 14:00 Uhr

Termine

14-täglich | Montag | 14:00 - 18:00 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 12.102 Seminarraum

Studienplankontext

Kombinierte wissenschaftliche Arbeit
Fallvorstellung (40%)
Hausarbeit (60%)
Prüfungstermin: Mittwoch, 31.03.2027
Wiederholungstermin: Zu dieser Prüfung wird kein Wiederholungstermin angeboten, da sie didaktisch untrennbar mit einer der zugeordneten Lehrveranstaltungen verbunden ist. Die Wiederholung der Prüfungsleistung ist somit erst bei erneutem Modulangebot möglich.
Anzeige von Anmeldebeginn und -ende systembedingt. Selbständige Anmeldung nur zum Prüfungstermin und nicht zum Wiederholungstermin möglich.

Organisatorisches

Seminar
Vollständig Präsenz
2
zentrales Losverfahren im Cluster (mit Teilnehmerbegrenzung)
35

Anmeldung

zentrales Losverfahren im Cluster (mit Teilnehmerbegrenzung)

Die Anmeldung beginnt erst am 02.10.2026 um 08:00 Uhr. Sie endet am 12.10.2026 um 23:59 Uhr.

Diese Veranstaltung gehört zum Cluster »Komplementärstudium«.

In diesem Cluster ist während der Losphasen eine Wahlmöglichkeit zugelassen.
Und in der Entscheidungsphase 3 Wahlmöglichkeiten.

Inhaltliches

Deutsch
The Art of Theorizing: A How-to guide on Social Theory
keine

Sozialtheorien sind das epistemische – also erkenntnistheoretische – Fundament, auf dem die Disziplin der Soziologie seit ihrer Entstehung Studien über gesellschaftliche Zusammenhänge durchführt. Dadurch wird nicht nur abstraktes Wissen produziert, denn Sozialtheorien haben einen enormen Einfluss auf die Entwicklung von Gesellschaften bewiesen. So haben sozialwissenschaftliche Debatten nicht selten politische Kämpfe und soziale Bewegungen beispielsweise im Kontext von ökonomischen Privilegien, Geschlechterungleichheit oder Rassismus geprägt.
Die Autor*innen solcher Theorien werden mitunter als brillante Genies wahrgenommen. Ihnen werden außergewöhnliche kognitive Fähigkeiten zugeschrieben, die es ihnen erlauben würden, gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und zu akademisch anerkannten Erkenntnissen zu gelangen. Wie kommen Sozialtheoretiker*innen aber wirklich zu ihren Annahmen, Beschreibungen und Erklärungen? Sind Sozialtheorien tatsächlich als Geistesblitze außergewöhnlich begabter Individuen zu verstehen, oder lassen sich vielleicht Muster, Schablonen, oder Systeme ausmachen, mit dessen Hilfe Theorien praktisch entwickelt werden. Anders gefragt: Ist die Praxis des Theoretisierens sozialer Zusammenhänge lehr- und erlernbar?
Richard Swedberg (2012, 2014) beschäftigte sich intensiv mit dieser Frage und entwickelte das Konzept des "Theorizing", um die Praxis des Theoretisierens selbst zu theoretisieren und zu vermitteln. Auf der Grundlage seines Ansatzes werden wir im Rahmen dieses Seminars diese Praxis in vier Teilschritte differenzieren und durch die Beobachtung aktueller Phänomene eigene empirisch begründete Sozialtheorien formulieren. Das Seminar ist entsprechend dieser Unterscheidungen in vier Teile (und sieben Termine) gegliedert und wird Schritt für Schritt von den Teilnehmenden auf ein selbst gewähltes soziales Phänomen angewandt.

Das Ziel des Seminars ist, dass die Studierenden lernen eine eigene, empirisch begründete Theorie eines sozialen Phänomens formulieren, wobei nicht die fertige Theorie oder der Beweis ihrer Gültigkeit im Vordergrund steht, sondern die Schritte, die Notwendig sind, um zu einer überzeugenden Theorie zu gelangen.

Es ist kein soziologisches Vorwissen erforderlich. Die Teilnehmenden sollen eher versuchen, sich von ihnen schon bekannten Sozialtheorien zu lösen und stattdessen eigene, originelle Ansätze zu entwickeln. Das Seminar ist als Blockseminar mit sieben Terminen konzipiert und orientiert sich maßgeblich an Swedberg sowie einigen weiteren wissenschaftstheoretischen Überlegungen. In der ersten Sitzung wird die Grundidee von Swedbergs Ansatz erörtert. Im Anschluss wählen die Teilnehmenden ein Phänomen, beobachten es empirisch, benennen es, entwickeln Metaphern und Analogien, finden Muster oder Visualisieren Ergebnissen und gelangen so letztlich zu einer möglichen Erklärung. Für ein erfolgreiches Bestehen des Seminars ist es nicht erforderlich, dass der letzte Schritt gelingt; ein Scheitern ist zulässig. Von Bedeutung ist vielmehr der Prozess, durch welche die Teilnehmenden prinzipiell zu diesem Ergebnis gelangen.

Für eine erfolgreiche Teilnahme ist die Abgabe von vier schriftlichen "Meilensteinen" nötig, die den Schritten des "Theorizing" entsprechen. Die Hausarbeit darf auf diesen Dokumenten basieren.

Evaluation

Die Lehrveranstaltung ist derzeit nicht zur Evaluation angemeldet.

Weitere Informationen zur Lehrevaluation: https://www.leuphana.de/lehre/qualitaetsmanagement/evaluation/lehrveranstaltungsevaluation.html

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