Dates
| weekly | Tuesday | 14:15 - 15:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 12.108 Seminarraum |
Curriculum context
Resit date: : Keine selbständige Anmeldung zum Wiederholungstermin möglich. info_outline
Monday, 30.11.2026
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Monday, 30.11.2026
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Registration ends 07.4.2026 at 23:59 h
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Content
Aus der Tradition der Moderne haben wir eine Vielzahl von Konzepten geerbt, die oft als Synonyme betrachtet werden; ihr Gebrauch ist jedoch häufig antithetisch und verweist auf jeweils unterschiedliche Realitäten. Einige dieser Konzepte, die früher von zentraler Bedeutung waren, scheinen mitunter obsolet geworden zu sein, da sie sich offenbar auf nicht mehr existierende Realitäten beziehen. Es gibt daher politische Konzepte, die neu definiert werden müssen, da sie ein gewisses Maß an Mehrdeutigkeit mit sich bringen.
In diesem Seminar werden wir insbesondere die semantischen Verschiebungen einiger politischer Begriffe analysieren und versuchen zu verstehen, welche Implikationen mit der Verwendung des einen oder anderen Begriffs verbunden sind. Besonders untersucht werden die Begriffe Volk, Plebs, Multitude und Arbeiterklasse. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich politische Subjekte konstituieren: Rancière etwa betont, dass das Konzept des Peuple das politische Subjekt als Akt der Subjektivierung begreift, das sich durch Handlungen selbst formt.
Der Begriff der Multitude (Hardt/Negri) wird als inklusives, vielfältiges Konzept vorgestellt, das prekäre und informelle Arbeit, soziale Bewegungen und andere Subjektformen einbezieht, ohne sie einer einheitlichen Identität unterzuordnen. Im Gegensatz zu Volk oder Masse, die Einheit bzw. Undifferenziertheit betonen, stellt die Multitude die Differenzen und die Vielfalt politischer Subjekte in den Vordergrund. Im Wort Volk hingegen hallen Bilder des Pöbels, der Ausgeschlossenen, der Unterdrückten, des Menschen in Revolte, des Proletariers wider – Figuren, die im Begriff Multitude nicht mehr berücksichtigt werden.
Das Seminar diskutiert die theoretischen Grundlagen und Grenzen dieser Konzepte und setzt sich kritisch mit den politischen Implikationen der Subjektbildung in globalisierten und fragmentierten Gesellschaften auseinander.
Das Seminar macht die Studierenden mit Grundproblemen und Debatten der zeitgenössischen politischer Theorie vertraut. Exemplarische Figuren und Positionen der gegenwärtigen politischer Philosophie und wichtige Strömungen der Kulturwissenschaften des 20. und 21.Jahrhunderts und der modernen Klassiker werden erläutert. Ein weiteres Lernziel besteht in der Erfahrung der kontroversen Diskutierbarkeit theoretischen Positionen im Unterschied zu ihrer kanonischen Interpretation.
Evaluation
Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html