eventSubjectivity and Power [Subjektivität und Macht] (S)
person Roberto Nigro

Next appointment: Today at 16:15

Dates

weekly | Tuesday | 16:15 - 17:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 5.325 Seminarraum

Curriculum context

Written academic performance without supervision
Date of assessment: Tuesday, 15.09.2026
Resit date: : Keine selbständige Anmeldung zum Wiederholungstermin möglich. info_outline
Tuesday, 15.12.2026
Hausarbeit ca 18 Seiten | Anzeige von Anmeldebeginn und -ende systembedingt. Selbständige Anmeldung nur zum Prüfungstermin und nicht zum Wiederholungstermin möglich.

Organizational information

Seminar
Vollständig Präsenz
2
central procedure for assignment of remaining places (with participant limit)
35

Registration

central procedure for assignment of remaining places (with participant limit)

Registration ends 07.4.2026 at 23:59 h

You will register automatically for this course if you register for one of the following courses:
Subjektkritik in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts (Susanne Leeb)

Content

Deutsch
Subjektivität und Macht
none

Der Begriff Subjekt hat im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Bedeutungen angenommen. Das Wort Subjekt, das aus dem Lateinischen stammt, existiert in zwei unterschiedlichen Formen, die sich entlang verschiedener Traditionen gebildet haben. Vom Neutrum subjectum, das die Übersetzung des griechischen hypokeimenon ist, stammt eine Tradition mit logisch-grammatikalischen und ontologisch-transzendentalen Bedeutungen ab. In dieser Tradition steht auch die Frage nach der Subjektivität. Vom Maskulinum subjectus, das im Mittelalter in Verbindung mit dem Wort subditus (Untertan) gebracht wurde, stammt die andere Tradition von juristischen, politischen und theologischen Bedeutungen ab. In dieser Tradition steht die Frage nach der Unterwerfung (assujettissement). Beide Traditionen treffen insbesondere im Ausgang von Kants Philosophie im 18. Jahrhundert aufeinander, als die Frage nach dem konstituierenden Subjekt entsteht.
In der zeitgenössischen Philosophie gibt es drei Hauptgruppen von Bedeutungen. Eine erste betrifft die Idee von Subjektheit, die von Heidegger stammt. Das Subjekt ist hier passiv, d.h. es ist nur ein Substrat, das Qualitäten und Eigenschaften empfangen kann. Eine zweite Gruppe betrifft die Idee der Subjektivität, eine moderne Idee, die auch die Idee des Subjekts als Ego (Ich) impliziert. Hier stellt sich das Subjekt dem Objekt entgegen und begrenzt das Feld des Psychischen und Geistigen. Eine dritte Gruppe bezieht sich auf die Idee der Unterwerfung, in welcher Herrschaft und Abhängigkeit wirksam sind.
Die Begriffe Unterwerfung (assujettissement) und Subjektivierung bewirkten wichtige Verschiebungen in zeitgenössischen Debatten um Subjektivität. Ihnen ist es zu verdanken, dass sie nun nicht mehr als Frage nach ihrem Wesen gestellt wird. Die Frage richtet sich nun auf die Genese oder die Bildung des Subjekts innerhalb transindividueller Strukturen. Die Idee des gründenden Subjekts hat sich zum Verständnis eines konstituierten Subjekts hin verschoben.
Die Frage nach dem Subjekt ist eng mit dem nach der Macht verbunden. Das Seminar untersucht die Macht als ein Modell komplexer differentieller Beziehungen. Im Zentrum stehen dabei Prozesse, die zwar enge Beziehungen zu Unterwerfung und Ausschließung voraussetzen,
jedoch präziser zu beschreiben sind als Einbeziehungen, die ausschließen und gleichzeitig Subjektivität produzieren.

Die für die Sozial- und Kulturwissenschaften grundlegende Frage nach dem Subjekt steht im Zentrum ganz verschiedener philosophischer Traditionen: von der Phänomenologie über die Hermeneutik und die analytische Tradition bis zum Strukturalismus/Poststrukturalismus und zu den feministischen und post-kolonialen Studien. Das Seminar macht die Studierenden mit Grundproblemen und Debatten der zeitgenössischen Philosophie vertraut. Exemplarische Figuren und Positionen der gegenwärtigen Philosophie und wichtige Strömungen der Philosophie des 20. Jahrhunderts und der modernen Klassiker werden erläutert. Ein weiteres Lernziel besteht in der Erfahrung der kontroversen Diskutierbarkeit philosophischer Positionen im Unterschied zu ihrer kanonischen Interpretation.

Seminargespräche, close-readings, Gruppenarbeiten, Vorlesungsbestandteile, Kurzreferate.

Evaluation

This course has not been registered for teaching evaluation yet.

Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html

DE | EN
IMPRINT
GET SUPPORT!