eventOn Stupidity [Über Dummheit] (S)
person Ulf Brefeld, Claus Pias

Next appointment: Next week Wednesday at 12:15

Dates

single appointment | We, 08.04.2026, 12:15 - We, 08.04.2026, 13:45 | C 14.203 Seminarraum
weekly | Wednesday | 12:15 - 13:45 | 15.04.2026 - 10.07.2026 | C 12.006 Seminarraum

Curriculum context

Combined academic performance
Referat (30%)
Schriftliche Ausarbeitung (70%)
Date of assessment: Wednesday, 29.04.2026
Resit date: : Keine selbständige Anmeldung zum Wiederholungstermin möglich. info_outline
Wednesday, 31.03.2027
Anzeige von Anmeldebeginn und -ende systembedingt. Selbständige Anmeldung nur zum Prüfungstermin und nicht zum Wiederholungstermin möglich.

Organizational information

Seminar
Vollständig Präsenz
2
central procedure for assignment of remaining places (with participant limit)
35

Registration

central procedure for assignment of remaining places (with participant limit)

Registration ends 07.4.2026 at 23:59 h

Content

Deutsch
Über Dummheit
none

»Intelligence is what the tests test.« (Edwin G. Boring: »Intelligence as the Tests Test It,« in: New Republic 36 (1923), S. 35-37)

Das Seminar beschäftigt sich mit informatischen und kulturwissenschaftlichen Aspekten von Künstlicher Intelligenz. Damit diese nicht getrennt bleiben, wollen über die Disziplinen hinweg ins Gespräch kommen.

Dabei gehen wir von drei Schwerpunkten aus:

1. Nicht nur die sogenannte »KI«, sondern alle Intelligenz ist »künstlich«, weil sie immer eine kulturelle (d.h. nicht rein ›menschliche‹ oder angeborene) Leistung ist. Obwohl das Wort alt ist, sind die Techniken ihrer Beobachtung jung: etwa in Form von Intelligenztests, die »Intelligenz« daran messen, wie gut Versuchspersonen Intelligenztest lösen können. Sobald ein IQ gemessen ist, gibt es nicht nur Normale und Kluge, sondern plötzlich auch Dumme und noch Dümmere – über die längste Zeit Juden, Nicht-Europäer, Kriminelle, Frauen etc. (Stephen Jay Gould). Wir werden also der Frage nachgehen, wie Dummheit und Naturalisierung von »Intelligenz« zusammenhängen.

2. Es gibt »dumme« Arbeiten. Die Computerisierung sollte sie, wie der Kybernetiker Norbert Wiener in den 1950ern prognostizierte, an Maschinen als moderne »Sklaven« delegieren, damit Menschen für intelligentere Tätigkeiten entlastet würden. Heute würde man z.B. fragen: Ist Auswendiglernen dumm und das Schreiben von Hausarbeiten ein Aufweis von Intelligenz? Und seit wann eigentlich? Wir werden daher der Frage nachgehen, was »dumme« Arbeiten waren und sind, in deren Bereich heute künstliche Intelligenz interveniert.

3. Die Zeichen selbst sind zwar »dumm« (Jacques Lacan), aber wenn man sie lange genug geschickt kombiniert und nach Wahrscheinlichkeiten aufeinander folgen läßt (Shannon), sieht das im Ergebnis nach »Intelligenz« aus. Joseph Weizenbaum ärgerte sich in den 1960ern über die Dummheit von Usern, die seinen recht einfachen Chatbot ELIZA für intelligent hielten. Und über die gerade gegründete Informatik, dass sie das ausnutzt. Andere KI-Pioniere waren weniger erfolgreich und haben mit viel mehr Aufwand nur Ergebnisse erzielt, die von außen eher dumm wirkten. Wir werden daher der Frage nachgehen, was und warum und aus wessen Perspektive eigentlich dummes oder intelligentes Verhalten ist.

Die Studierenden erlernen einen kritischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Evaluation

This course has not been registered for teaching evaluation yet.

Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/feedback-instruments.html

DE | EN
IMPRINT
GET SUPPORT!