Dates
| weekly | Tuesday | 16:00 - 19:00 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 12.102 Seminarraum |
Curriculum context
reflektierender Essay (Gruppenarbeit) (75%)
Resit date: No resit date will be offered to this assessment, because it is didactically inseparably connected with one of the associated courses. A resit will only be possible, if the module is available again.
Organizational information
Registration
Registration ends 07.4.2026 at 23:59 h
If your registration for this course is successful you will registered automatically for the course Handlungsfelder in den Kulturwissenschaften - V (Kevin Drews, Serhat Karakayali, Beate Söntgen).
Persons
Content
Inhalt und Konzept: Das Modul geht der Frage nach, inwieweit akademische Texte, Lektüren und Wissensformen nicht nur Erkenntnisinstrumente sind, sondern sich auch in Handlungsformen im kulturellen Feld übersetzen lassen. Zunächst gilt es, die gesellschaftspolitische Relevanz von Texten herauszustellen und zu diskutieren, ob Deutungsangebote allein schon intervenierendes Potential haben. Was bedeutet konzeptionelles Denken und Handeln im Rahmen von Institutionen, welche Herausforderungen und Konflikte sind damit verbunden? In der Vorlesung werden diese Fragen im Gespräch mit Gästen aus unterschiedlichen Praxisfeldern (Museen, NGOs, Theatern, Literaturinstitutionen, Medienanstalten, Ministerien etc.) verhandelt.
In diesem Seminar liegt der Schwerpunkt auf zivilgesellschaftlichen Organisationen und institutionellen Schnittstellen: Migrant*innenselbstorganisationen, Diversitäts- und Gleichstellungsarbeit sowie – als Grenzfall zwischen Bewegung, Stadtpolitik und Kulturproduktion – Orte sozialer Bewegungen. Leitend ist dabei weniger eine Bestandsaufnahme („was machen diese Akteure?“), sondern die Frage, welche organisatorischen und institutionellen Logiken, welche Kategorien und welche Formen von Wissensarbeit (Regelwissen, Know-how, implizites Wissen, wissenschaftliches Wissen) in diesen Feldern praktisch wirksam werden. Im Seminar wird also nicht nur über „Engagement“ oder „Intervention“ gesprochen, sondern darüber, wie Handlungsfähigkeit unter den Bedingungen von Zuständigkeiten, Ressourcen, rechtlichen Rahmen, statistischen Kategorien und Öffentlichkeiten überhaupt hergestellt wird – und wo sie konflikthaft wird.
Ziel des Moduls ist es, die theoretische Grundierung kulturwissenschaftlicher Handlungsfelder herauszuarbeiten. In meinem Seminar soll sichtbar werden, wie akademische Wissensformen und feldspezifisches Know-how bzw. tacit knowledge sich in zivilgesellschaftlichen Organisationen und institutionellen Settings wechselseitig konturieren, ergänzen oder auch gegenseitig blockieren. Die Studierenden sollen lernen, diese Handlungsfelder mit einem begrifflich geschärften Blick zu beobachten: Welche Kategorien strukturieren die Arbeit? Welche Übersetzungen zwischen Wissensformen, Zuständigkeiten und Öffentlichkeiten finden statt? Welche Konflikte entstehen gerade dort, wo „kulturwissenschaftliches Wissen“ als Reflexions- und Interventionsressource beansprucht wird? Leitend bleibt dabei die Frage, in welcher Weise ein kulturwissenschaftliches Studium eine reflektierte, kritische und konzeptionelle Handlungsfähigkeit befördert – und welche Grenzen dieser Handlungsfähigkeit in Organisationen und Institutionen selbst angelegt sind.
Evaluation
Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html