Dates
| weekly | Tuesday | 18:15 - 19:45 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 5.019 Seminarraum |
Curriculum context
Reflektion und Ausstellungskonzept (30%)
Resit date: No resit date will be offered to this assessment, because it is didactically inseparably connected with one of the associated courses. A resit will only be possible, if the module is available again.
Organizational information
Registration
Registration does not begin until 02.10.2026 at 08:00. It ends on 12.10.2026 at 23:59.
Persons
Content
Nachhaltigkeitsorientiert
Jeder benutzt es und doch redet man nicht gerne darüber: das Klo. In diesem Seminar werden wir uns mit öffentlichen Toiletten weltweit auseinandersetzen. Toiletten werden oft als neutrale Einrichtungen oder als rein utilitaristische Infrastrukturen wahrgenommen, die die universellen Bedürfnisse des Einzelnen erfüllen. Sie sind jedoch umkämpfte Räume. Toiletten sind Architekturen, in denen Geschlecht, Religion, Rasse, gesellschaftliche Ordnungssysteme, Hygiene, Gesundheit, Umweltbelange und auch die Wirtschaft sich kulturell und materiell artikulieren. Toiletten sind kein isoliertes Gestaltungsproblem, sondern vielmehr Ausdruck größerer Auseinandersetzungen, die durch architektonische Mittel vermittelt werden. „Toiletten sind politische Architekturen, sie sind Schlachtfelder“, so beschreiben die Kurator:innen ihren Beitrag „The Restroom is your Battleground“ auf der Architekturbiennale in Venedig 2021.
Seit 2013 gibt es offiziell bei den Vereinten Nationen (UN) den weltweiten Aktionstag, den Welttoilettentag. Jährlich wird am 19. November darauf aufmerksam gemacht, dass laut der Weltgesundheitsorganisation WHO 2,3 Milliarden Menschen ohne sanitäre Grundversorgung leben. Laut aktuellen Angaben von WaterAid (2023) und UNICEF (2023/24) haben nur rund 9 % der äthiopischen Bevölkerung Zugang zu angemessenen sanitären Einrichtungen, die sauber, privat und sicher nutzbar sind.
Themen, denen wir bislang nachgegangen sind, umfassen unter anderem die städtische Versorgung mit öffentlichen Toiletten – auch im internationalen Vergleich –, deren Zugänglichkeit und Barrierefreiheit sowie die heteronormativen Strukturen von Damen- und Herrentoiletten. Darüber hinaus haben wir uns mit dem Berufsfeld der „Toilettenwärter“ bzw. „Klofrauen“, mit der wirtschaftlichen Dimension öffentlicher Toiletten, etwa am Beispiel von „Sanifair“, sowie mit Kunst in öffentlichen Toiletten oder öffentliche Toiletten als Kunstobjekte, beispielsweise im Rahmen des Projekts „The Tokyo Toilet“, beschäftigt. Weitere Themen sind Graffiti und Klosprüche sowie philosophische und kulturwissenschaftliche Fragen zu Scham, Ekel und anderen körperbezogenen Erfahrungen.
Im Seminar werden wir die bereits bearbeiteten Themen und Ergebnisse gemeinsam diskutieren und darauf aufbauend eine mögliche Ausstellungskonzeption für die Leuphana Universität entwickeln. Alternativ können weitere thematische Schwerpunkte bearbeitet werden, die das bestehende Themenspektrum ergänzen und als Poster gestaltet und presentiert werden.
Evaluation
Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html