Dates
| weekly | Thursday | 12:15 - 13:45 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 12.101 Seminarraum |
Curriculum context
Resit date: : Keine selbständige Anmeldung zum Wiederholungstermin möglich. info_outline
Thursday, 30.09.2027
Organizational information
Registration
Registration does not begin until 02.10.2026 at 08:00. It ends on 12.10.2026 at 23:59.
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Planetary Experiments (Robert Mitchell)
Persons
Content
Seit der Atmosphärenchemiker Paul Crutzen und der Biologe Eugene Stoermer im Jahr 2000 den Begriff des Anthropozäns als neue erdgeschichtliche Epochenbezeichnung vorgeschlagen haben, erlebte der Anthropozän-Diskurs eine rasante disziplinübergreifende Konjunktur. Zwar hat die International Commission on Stratigraphy kürzlich entschieden, vorerst keine neue geologische Epoche auszurufen; die Auseinandersetzung mit dem Anthropozän als paradigmatischem „Kristallisationspunkt von Debatten“ (Eva Horn/Hannes Bergthaller) ist dadurch jedoch nicht weniger dringlich geworden. Auch in Kunst und Kultur wurde die Anthropozänthese früh aufgegriffen.
So hat die Schriftstellerin Judith Schalansky in einem Interview konstatiert, dass die „ökologische Krise […] auch eine Krise des Erzählens“ sei, weil sie „nicht nur die Vorstellungskraft, sondern auch Begrifflichkeiten und Erzählmuster [sprengt]“. Das von Schalansky adressierte Problem betrifft insbesondere die komplexen Zeitverschränkungen zwischen geologischer Tiefenzeit und menschlicher Kulturgeschichte sowie die Frage, wie sich davon erzählen lässt. Im Seminar diskutieren wir gemeinsam, welche Wahrnehmungs- und Darstellungsprobleme die ökologische Krise aufwirft, aber auch, welche ästhetischen Strategien und literarischen Versuchsanordnungen entwickelt werden, um anthropozäne Zeiterfahrungen zwischen Natur- und Kulturgeschichte, individuellen und kollektiven sowie lokalen und globalen Zeitordnungen zu modellieren, zu erzählen und zu deuten.
Anhand von Romanen, Essays, Gedichten und Theatertexten untersuchen wir, wie Literatur Zeit im Zeichen des Anthropozäns erfahrbar macht, Zeitkonzepte entwirft und Deutungen von Zeit hervorbringt; etwa durch den Umgang mit unterschiedlichen Materialien wie Zeitungen, Archivdokumenten oder Tagebüchern oder im Zusammenspiel mit anderen Medien wie der Fotografie.
Im Rahmen des Seminars wird es einen Gastvortrag von Dr. Lorina Buhr (Universität Göttingen) anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches "Die Tiefe des Eingriffs. Wie wir Menschen unsere Umwelt unumkehrbar verändern" (Reclam Verlag 2026) geben.
--> Bitte lesen Sie zur Vorbereitung Judith Schalanskys Essay Schwankende Kanarien. Berlin: Verbrecher Verlag 2023.
Das Seminar führt in zentrale Positionen der Debatten um ästhetische Verfahren und Narrative im Kontext des Anthropozän-Diskurses ein und erarbeitet methodische Zugänge zur Analyse des Verhältnisses von Literatur, Medien und Zeitgeschichte in diesem Zusammenhang.
Evaluation
Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html