Dates
| weekly | Friday | 10:15 - 11:45 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 5.325 Seminarraum |
Curriculum context
Wissenschaftliche Hausarbeit (70%)
Resit date: No resit date will be offered to this assessment, because it is didactically inseparably connected with one of the associated courses. A resit will only be possible, if the module is available again.
Organizational information
Registration
Registration does not begin until 02.10.2026 at 08:00. It ends on 12.10.2026 at 23:59.
Persons
Content
Während heute einerseits der Begriff des Ressentiments Konjunktur hat, um das Erstarken neuer autoritärer Tendenzen und die affektiven Dynamiken der Kommunikation in den sogenannten Sozialen Medien zu beschreiben, findet sich andererseits – insbesondere im Kontext antirassistischer und feministischer Kämpfe – auch eine affirmative Bezugnahme auf Wut („Anger“ oder „Rage“) als eine transformatorische Kraft. Wie lässt sich vor dem Hintergrund dieser beiden Diskussionskontexte ein differenziertes Verständnis von Ressentiment und politischer Wut sowie ihres Verhältnisses gewinnen? Dieser Frage wird sich das Seminar widmen.
Ausgangspunkt ist die Annahme, dass ein Blick in die Philosophiegeschichte dazu beitragen kann, die gegenwärtigen Debatten zu schärfen und zu vertiefen. So werden wir erstens sehen, dass in antiken Reflexionen über Wut oder Zorn (etwa bei Aristoteles und Seneca) Fragen zum Verhältnis von Affekt, Vernunft und Handeln aufgeworfen werden, die gegenwärtige Philosoph:innen inspirieren (etwa Martha Nussbaum und Myshia Cherry). Zweitens verweist die detaillierte Auseinandersetzung mit Friedrich Nietzsches Begriff des Ressentiments auf komplexe Fragen zur Bedeutung reaktiver Affekte und ihrem Verhältnis zu Moralität. Drittens gibt es innerhalb der feministischen Theorie und Praxis eine eigene Genealogie der Erkundung politischer Wut, die auch zentrale Fragen um Intersektionalität und Bündnispolitik adressiert (wichtige Stimmen sind hier etwa Audre Lorde und María Lugones). Auf der Grundlage dieser drei Stränge werden wir uns im Seminar begriffliche Instrumente und Perspektiven erarbeiten, um einen differenzierten und kritischen Blick auf aktuelle Diskussionen und Phänomene von Wut und/oder Ressentiment zu gewinnen und die Unterscheidung oder (Un-)Unterscheidbarkeit von beidem sowie deren politische Potentiale und Gefahren zu erkunden.
Evaluation
Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html