Dates
| weekly | Monday | 14:15 - 15:45 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 11.307 Seminarraum |
Curriculum context
Hausarbeit (85%)
Resit date: : Keine selbständige Anmeldung zum Wiederholungstermin möglich. info_outline
Thursday, 30.09.2027
Organizational information
Registration
Die Anmeldung beginnt erst am 02.10.2026 um 08:00 Uhr. Sie endet am 12.10.2026 um 23:59 Uhr
Persons
Content
Klimawandel, kriegerische Konflikte inklusive nuklearer Drohgebärden und Pandemieerfahrungen rufen Untergangsszenarien auf den Plan: Ökologische Nischen diverser Lebewesen kollabieren, eine vermeintlich befriedete internationale Ordnung zerfällt oder die Spezies Mensch löscht sich durch nicht-intendierte Nebenfolgen ihrer Naturbeherrschung selbst aus. Endzeitliche Vorstellungen vom Untergang der Welt und ihrem Neubeginn haben eine lange Kulturgeschichte. Ein Spezifikum apokalyptischer Deutungsmuster seit dem 20. Jahrhundert ist jedoch ihre radikale Immanenz: Es gibt keine transzendentalen Mächte mehr, die das Weltenende einleiten, Gericht über die menschliche Hybris halten und anschließend Erlösung nd Neuanfang verbürgen können. Im Gewahrwerden der Möglichkeit anthropogener Selbstvernichtung ist der Mensch in dieser „kupierten Apokalypse“ (Vondung) auf die Rolle einer Aufhalterin zurückgeworfen, deren Chance lediglich darin besteht, ihre technischen, ökologischen, militärischen oder politischen Selbstvernichtungs-Fähigkeiten möglichst in Schach zu halten. Damit wird die Apokalypse zum Effekt und gouvernemental adressierten Problem sozialer und politischer Ordnung: „Politiken der Apokalypse“ (Bröckling) legen untergangsvermeidende Verhaltensweisen, Affekte und Subjektformen nahe, unterscheiden zwischen denen, die umkehren, verzichten, handeln, gehorchen oder überleben sollen und benennen Bedrohungen, Schuldige und Opfer.
Ausgehend von dieser vorläufigen Gegenstandsbestimmung diskutiert das Seminar die religions- und kulturgeschichtlichen Herkünfte der Apokalyptik, klassische Beiträge zu ihrer Theorie, Studien zu messianischen und chiliastischen Bewegungen sowie aktuelle Debatten zur apokalyptischen Gegenwart.
Das Seminar erarbeitet sich ein Verständnis der religions- und gesellschaftsgeschichtlichen Grundlagen apokalyptischer Krisendeutung, ihrer Aktualität oder Reformulierung in der Gegenwart sowie ihrer (historisch-)praktischen Ausprägungen in Aufständen, Bewegungen oder Kriegen.
Evaluation
Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html