Dates
| weekly | Wednesday | 14:15 - 15:45 | 14.10.2026 - 27.01.2027 | C 16.222 Seminarraum |
Curriculum context
Essay (70%)
Resit date: No resit date will be offered to this assessment, because it is didactically inseparably connected with one of the associated courses. A resit will only be possible, if the module is available again.
Organizational information
Registration
Registration does not begin until 02.10.2026 at 08:00. It ends on 12.10.2026 at 23:59.
This course belongs to the cluster "Komplementärstudium".
In this cluster, you have one choice during the lottery phases.
And in the decision phase 3 choices.
Persons
Content
Im frühen 19. Jahrhundert entstehen insbesondere in Deutschland und Frankreich ganze Netzwerke an Arbeiter*innen und Handwerker*innen, die sich an der Idee des gemeinsamen Glücks und Fortschritts ausrichten und an einer kollektiven Selbstbildung glauben. Sie organisieren sich, sie beginnen, zusammen zu schreiben – und hören nicht mehr auf. Dieses 'Schreibbegehren' ist mindestens so wichtig, wie die Ziele dieses Schreibens in Form von Pamphleten, Broschüren, Abhandlungen, und Manifesten. Denn allein durch seine Performanz leistet das Schreiben der feministischen Arbeiterinnen im Umfeld des Pariser Saint-Simonismus oder des kommunistischen Schneidergesellen Wilhelm Weitling aus Magdeburg einen beeindruckenden Widerstand gegen die ihm zeitgenössischen normativen Vorstellungen von Indiduum und Gesellschaft, d.h. nicht zuletzt die soziale und ökonomische Reproduktion von Klasse und Geschlecht im Sinne der politischen Herrschaft und des statu quo.
Über den Weg einer gemeinsamen Diskussion der lange vergessenen, erst seit kurzem wieder erforschten Texte des Frühsozialismus lernen wir, einen kritischen Blick zu üben auf
1) das Begriffspaar Individuum und Gesellschaft, das wir heute als selbstverständlich annehmen;
2) den Kanon der Theorie und den literarischen Kanon, deren jeweilige Konstitution stets kontingent, oft interessengeleitet war und verwandelbar ist;
3) die irreführende Annahme, dass der Feminismus ein historisch junges Phänomen ist, das frühestens auf die 1970er Jahren zurückzuführen ist.
Kenntnisse der französischen Sprache sind zwar keine Voraussetzung, um das Seminar besuchen zu können, sie wären jedoch sehr hilfreich, da die meisten Texte, die wir gemeinsam lesen, in verälterter, nicht besonders guter Übersetzung aus dem Französischen zugänglich sind.
Evaluation
Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html