Dates
| every 14 days | Monday | 14:00 - 18:00 | 12.10.2026 - 29.01.2027 | C 12.102 Seminarraum |
Curriculum context
Hausarbeit (60%)
Resit date: No resit date will be offered to this assessment, because it is didactically inseparably connected with one of the associated courses. A resit will only be possible, if the module is available again.
Organizational information
Registration
Die Anmeldung beginnt erst am 02.10.2026 um 08:00 Uhr. Sie endet am 12.10.2026 um 23:59 Uhr.
This course belongs to the cluster "Komplementärstudium".
In this cluster, you have one choice during the lottery phases.
And in the decision phase 3 choices.
Persons
Content
Sozialtheorien sind das epistemische – also erkenntnistheoretische – Fundament, auf dem die Disziplin der Soziologie seit ihrer Entstehung Studien über gesellschaftliche Zusammenhänge durchführt. Dadurch wird nicht nur abstraktes Wissen produziert, denn Sozialtheorien haben einen enormen Einfluss auf die Entwicklung von Gesellschaften bewiesen. So haben sozialwissenschaftliche Debatten nicht selten politische Kämpfe und soziale Bewegungen beispielsweise im Kontext von ökonomischen Privilegien, Geschlechterungleichheit oder Rassismus geprägt.
Die Autor*innen solcher Theorien werden mitunter als brillante Genies wahrgenommen. Ihnen werden außergewöhnliche kognitive Fähigkeiten zugeschrieben, die es ihnen erlauben würden, gesellschaftliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und zu akademisch anerkannten Erkenntnissen zu gelangen. Wie kommen Sozialtheoretiker*innen aber wirklich zu ihren Annahmen, Beschreibungen und Erklärungen? Sind Sozialtheorien tatsächlich als Geistesblitze außergewöhnlich begabter Individuen zu verstehen, oder lassen sich vielleicht Muster, Schablonen, oder Systeme ausmachen, mit dessen Hilfe Theorien praktisch entwickelt werden. Anders gefragt: Ist die Praxis des Theoretisierens sozialer Zusammenhänge lehr- und erlernbar?
Richard Swedberg (2012, 2014) beschäftigte sich intensiv mit dieser Frage und entwickelte das Konzept des "Theorizing", um die Praxis des Theoretisierens selbst zu theoretisieren und zu vermitteln. Auf der Grundlage seines Ansatzes werden wir im Rahmen dieses Seminars diese Praxis in vier Teilschritte differenzieren und durch die Beobachtung aktueller Phänomene eigene empirisch begründete Sozialtheorien formulieren. Das Seminar ist entsprechend dieser Unterscheidungen in vier Teile (und sieben Termine) gegliedert und wird Schritt für Schritt von den Teilnehmenden auf ein selbst gewähltes soziales Phänomen angewandt.
Das Ziel des Seminars ist, dass die Studierenden lernen eine eigene, empirisch begründete Theorie eines sozialen Phänomens formulieren, wobei nicht die fertige Theorie oder der Beweis ihrer Gültigkeit im Vordergrund steht, sondern die Schritte, die Notwendig sind, um zu einer überzeugenden Theorie zu gelangen.
Es ist kein soziologisches Vorwissen erforderlich. Die Teilnehmenden sollen eher versuchen, sich von ihnen schon bekannten Sozialtheorien zu lösen und stattdessen eigene, originelle Ansätze zu entwickeln. Das Seminar ist als Blockseminar mit sieben Terminen konzipiert und orientiert sich maßgeblich an Swedberg sowie einigen weiteren wissenschaftstheoretischen Überlegungen. In der ersten Sitzung wird die Grundidee von Swedbergs Ansatz erörtert. Im Anschluss wählen die Teilnehmenden ein Phänomen, beobachten es empirisch, benennen es, entwickeln Metaphern und Analogien, finden Muster oder Visualisieren Ergebnissen und gelangen so letztlich zu einer möglichen Erklärung. Für ein erfolgreiches Bestehen des Seminars ist es nicht erforderlich, dass der letzte Schritt gelingt; ein Scheitern ist zulässig. Von Bedeutung ist vielmehr der Prozess, durch welche die Teilnehmenden prinzipiell zu diesem Ergebnis gelangen.
Evaluation
Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html