Dates
| single appointment | Fr, 23.10.2026, 14:15 - Fr, 23.10.2026, 18:00 | C 14.102 a Seminarraum |
| single appointment | Fr, 20.11.2026, 14:15 - Fr, 20.11.2026, 18:00 | C 14.102 a Seminarraum |
| single appointment | Sa, 21.11.2026, 10:00 - Sa, 21.11.2026, 18:00 | C 14.102 a Seminarraum |
| single appointment | Fr, 15.01.2027, 14:15 - Fr, 15.01.2027, 18:00 | C 14.102 a Seminarraum |
| single appointment | Sa, 16.01.2027, 10:00 - Sa, 16.01.2027, 18:00 | C 14.102 a Seminarraum |
Curriculum context
Vorstellung des Exposés in der Lehrveranstaltung (20%)
Wissenschaftliche Seminararbeit (60%)
Resit date: No resit date will be offered to this assessment, because it is didactically inseparably connected with one of the associated courses. A resit will only be possible, if the module is available again.
Organizational information
Registration
Registration does not begin until 02.10.2026 at 08:00. It ends on 12.10.2026 at 23:59.
This course belongs to the cluster "Komplementärstudium".
In this cluster, you have one choice during the lottery phases.
And in the decision phase 3 choices.
Persons
Content
Gerhard Richter, geboren 1932 in Dresden, hat die zentralen Brüche der deutschen Geschichte erlebt und in seinem Werk sichtbar gemacht. Das Seminar geht der Frage nach, wie sich Biografie und Malerei bei Richter wechselseitig durchdringen – und was seine Kunst über Erinnerung, Identität und Schuld in Deutschland aussagt. Richters Kindheit ist vom Nationalsozialismus und vom Krieg geprägt. Sein Onkel Rudi fällt als Soldat, seine Tante Marianne wird als psychisch krank von den Nationalsozialisten ermordet. Jahrzehnte später kehrt er in seinen Gemälden zu diesen Themen zurück. Im Birkenau-Zyklus (2014) reflektiert er die ethische Pflicht zur Darstellung der Gräueltaten der Nazis und gleichzeitig die Unmöglichkeit einer angemessenen Darstellung. Mit Spiegeln gegenüber den vier Gemälden lenkt er die Perspektive auf die Position der Betrachter*in.
Richters erste künstlerische Ausbildung an der Kunstakademie Dresden ist geprägt von der Ästhetik des Sozialistischen Realismus in der DDR. Nach Besuch der Kasseler Documenta 1959, die ihn sehr beeindruckt, entscheidet sich Richter 1961 dazu, seinen Wohnsitz in den Westen zu verlegen und noch einmal in Düsseldorf zu studieren. Mit der Unschärfe in seinen Gemälden nach fotografischen Vorlagen kehrt er nach dem ausgerufenen "Ende der Malerei" zur Figuration zurück. In diesen Gemälden betrachtet er die Alltäglichkeiten und Katastrophen der Geschichte im Reflex populärer Massenmedien. Der Zyklus 18. Oktober 1977 (1988), der den Tod der RAF-Häftlinge thematisiert, macht die ambivalente Ästhetik dieser Malerei deutlich. Die Bilder verweigern jede eindeutige Stellungnahme und erzwingen so eine Reflexion über Gewalt, Staat und kollektives Gedächtnis. In ihrer Heterogenität und den stilistischen Brüchen nimmt Richters Malerei heute eine international zentrale Bedeutung in der Gegenwartsmalerei ein.
Das Seminar betrachtet Richters Werk als Reflexion auf die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts. Kunsthistorische Bildanalyse wird dabei mit zeitgeschichtlichen Kontexten verbunden. Grundlage sind ausgewählte Werkzyklen, Primärtexte des Künstlers und zentrale werkbiografische Schriften.
Evaluation
Further information on teaching evaluation: https://www.leuphana.de/en/teaching/quality-management/evaluation/course-evaluation.html